Zubehör-Tipps: Reifen

Was Sie über Pedelec-Reifen wissen sollten

02.01.2017 Kai Hilbertz - Ein Reifen ist ein Reifen ist ein Reifen ...? Nicht ganz. Hier gibt’s Tipps, wie Sie mit maximaler Reichweite möglichst pannenfrei fahren
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Kontakt zur Strasse

Die Reifen müssen nicht nur Ihr ­Gewicht und das Ihres Gefährts aushalten, sie müssen zuverlässig die Spur halten, Bodenunebenheiten ausgleichen, und alle Antriebs- und Bremskräfte des E-Bikes auf die Fahrbahn übertragen. Zudem beeinflusst der Rollwiderstand der Reifen die Reichweite Ihres Pedelecs. Die Wahl der Reifen ist also von großer Bedeutung. Aber wie findet man unter Hunderten von Pneus den Richtigen?

Reifengröße checken

Die meisten Pedelecs haben 28-Zoll-Reifen montiert, es gibt auch 26", 27,5" und "29er". Weil diese Zollbezeichnungen ungenau sind, orientieren Sie sich besser an den so­genannten ETRTO-­Angaben, die auf jedem Reifen neben den Zollangaben aufgedruckt sind – etwa 42-622. Die erste Zahl, hier 42, gibt die Reifenbreite in Millimetern an, die zweite den Innendurchmesser.

Reifenbreite aussuchen

Wie breit sind Ihre Reifen? Hätten Sie lieber dünnere oder dickere? Schmale Reifen sind sportlicher, sie lassen sich leichter beschleu­nigen und bremsen, dämpfen aber nicht so gut. Dickere Reifen wiegen mehr, dafür können sie höhere ­Lasten aufnehmen, dämpfen und rollen besser – wie der "Cruise Contact" von Continental (30,90 Euro*). Dünnere sind kein Problem, bei dickeren Reifen sollten Sie kon­trollieren, ob zwischen den Gabelscheiden und unterm Schutzblech genug Platz ist. Grundsätzlich werden heute ­dickere Reifen montiert als vor wenigen Jahren.

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Geringer Rollwiderstand und guter Grip – auch für S-Pedelecs: der Schwalbe "Energizer Plus" (28,90 Euro, www.schwalbe.com)

Einsatzbereich und Rollwiderstand

Stadtreifen mit glattem Profil sind auf asphaltierten Straßen gut, aber auf Schotterwegen schnell überfordert. Dort ergeben Trekking- oder Tourenreifen mit kleinen Schulterstollen (eine hervorstehende Profilierung seitlich am Reifen – also an dessen Schulter) mehr Sinn. Wer richtig ins Gelände will, braucht klassische MTB-Reifen mit ausgeprägten Stollen. Die sind wiederum für Straßen wenig geeignet – darauf rollen sie laut und mit größerem Widerstand. Fahren Sie oft weitere Strecken auf Asphalt, sollten Sie Pneus mit niedrigem Rollwiderstand kaufen. Reifen speziell für E-Bikes werben oft mit dieser Eigenschaft.

Qualität und Geschwindigkeit

Günstige Reifen haben meist einfache Gummimischungen und grobe, schwere Karkassen – das tragende Gerüst im Gummigewebe – mit niedrigem TPI (Threads Per Inch – Fäden pro Zoll). Teurere Reifen haben einen höheren TPI – also eine feiner gewebte, leichtere Karkasse, die sich dem Untergrund besser ­anpasst und ein komfortableres Fahrverhalten bietet. Der optimale Kompromiss zwischen Gewicht und Robustheit liegt bei etwa 67 TPI. Außerdem haben teurere Pneus bessere Schutzschichten und Gummimischungen. Reifen für 60 Euro sind zwar nicht doppelt so gut wie Reifen für 30 Euro, aber der Unterschied ist spürbar. Wer auf einem schnellen S-Pedelec unterwegs ist, benötigt Reifen mit ECE-R75-Zertifizierung, die für Geschwindigkeiten bis zu 50 km/h freigegeben sind.

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Minipumpen to go: Die RaceRocket MT (34,95 Euro*) lässt sich am Rahmen befestigen; die filigrane Ninja P ver­schwindet an puristischen Urban Bikes oder Renn­rädern in der Sattelstütze (24,95 Euro*). Beide von Topeak

Pannenschutz

Pedelecs sind schwerer als normale Fahrräder und der Radausbau ist meist aufwendiger. Deshalb ist der Pannenschutz hier besonders wichtig. Es gibt zwei Lösungen: Reifen, etwa von Schwalbe, mit einem "Plus" im Namen, bieten eine 3 bis 5 Millimeter dicke Gummi-Schutzschicht unter der Lauffläche. Das funktioniert gut, macht den Reifen aber schwerer. Andere Hersteller erzielen mit dünnen, so­genannten Breaker-Fasern einen sehr guten Pannenschutz – etwa im Continental "Top Contact II" (62,90 Euro*). Das Gewicht solcher Reifen ist niedrig, die Langlebigkeit hoch – der Preis aber meist auch.

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Der Top Contact II von Continental ist ein super Allround-Reifen für Tourenfahrer. Er rollt gut und bietet sicheren Kurvenhalt, außerdem guten Pannenschutz und eine lange Lebensdauer

E-Bike-Reifen

Viele spezielle Pedelec-Reifen versprechen effektiven Pannenschutz, niedrigen Rollwiderstand und viel Grip – das bieten grundsätzlich aber auch gute Stadt- und Tourenreifen. Häufig tragen sie den Zusatz "E-Bike-Ready" und können bedenkenlos aufgezogen werden. Neue Pedelecs sind übrigens meist mit Schwalbe-Reifen ausgestattet. Weitere empfehlenswerte Marken sind Continental und Maxxis. Falls Sie unsicher sind, lassen Sie sich im Fachhandel beraten.

*Preise können im Online-Handel stark variieren.

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