Kaufberatung

Hier geht's lang

28.11.2016 Julia Milan - Sie sind fasziniert von der neuen Welt der Pedelecs – aber angesichts der immensen Vielfalt etwas orientierungslos? Hier finden Sie den Weg zu dem E-Bike, das am besten zu Ihnen passt. Wir erklären Ihnen, was jede Radgattung ausmacht, was Sie beim Kauf beachten sollten und welches Equipment Ihnen nutzen kann.
© E-BIKE
So finden Sie den Weg zu dem Bike, das perfekt zu Ihnen passt. Einfach die Fragen beantworten und den Pfeilen folgen – und dann unsere Tipps lesen ...

Citybike

Das Revier

Ob zum Supermarkt oder Bäcker, zum Sport, zum Shoppen oder jeden Tag in die Arbeit: Echte Stadtindianer schwingen sich täglich in den Sattel – bei Sonne, Wind und Wetter. Das perfekte Pferd – Entschuldigung, Fahrrad – dazu ist zuverlässig und anspruchslos, wartungsarm, wettersicher und kann sich natürlich auch sehen lassen. Die Rahmenform ist Geschmackssache, viele Cityrad-Modelle gibt es mittlerweile als Damen- und Herrenversion. Hat man das Lieblingsrad gefunden, kann man also ein Pärchen kaufen und ist optisch im gleichen Look unterwegs. Das wichtigste aber: Sie müssen sich darauf wohlfühlen und das Rad jederzeit im Griff haben.

© Greune/Papp

Die Technik

Mittelmotoren sind für Cityräder – wie für die meisten Radtypen – die Antriebe mit den besten Fahreigenschaften. Welcher Motor Ihnen in seinen Fahreigenschaften am meisten zusagt, müssen Sie ausprobieren. Typisch für Stadträder, weil wartungsarm und fürs urbane Gelände völlig ausreichend, sind Nabenschaltungen wie Nexus, Alfine oder Nuvinci. Super wichtig für ein stressfreies und sicheres Stop-and-Go im Stadtverkehr: verlässliche Bremsen. Hydraulische Felgenbremsen sollten es mindestens sein, Scheibenbremsen bieten auch bei Nässe die beste Bremswirkung. Was beim Pferd die Hufeisen, sind beim Citybike die Reifen: Reifen mit gutem Pannenschutz können entscheiden, ob der tägliche Ritt ein Spaß wird – oder allzu oft mit einem Reifenwechsel endet.

© Simon
Das Modell e-Holland 7.4 von Victoria – ein City-Pedelec für gemütliche Fahrten in der Stadt

Nützliches Zubehör

Wichtigste Grundausstattung: eine gute Luftpumpe mit Manometer. Ob Fahrradkorb, Lenkertasche oder lieber eine schicke Satteltasche, die sich am Gepäckträger fixieren lässt – Sie haben die Wahl. Aber: Ein solides Bügelschloss ist ein Muss. Schließen Sie das Rad immer an einem festen Gegenstand an.

© Herstellerfoto
Praktisch: Die Lenkertasche "Basica ST 3500" von Abus hat man im Stadtverkehr immer im Blick. Wasserabweisend, viele Innenfächer. 32,95 Euro. www.abus.de

Tiefeinsteiger

Das Revier

Von einem Vorurteil dürfen Sie sich getrost verabschieden: Tiefeinsteiger tragen auch bei Pedelecs nicht mehr den Stempel "nur für Silver Surfer". Ob schmaler geschnittener Rock oder Anzughose: Der tiefe Durchstieg dieser E-Bikes hat auch im Business-Alltag viele Vorteile. Tiefeinsteiger in Unisex-Optik sind Multitalente, die viel Komfort und Flexibilität bieten. Sie sind perfekte Familienräder, die von mehreren Personen gefahren werden können. Viele sind mit sogenannten Speedliftern ausgestattet, mit denen sich der Vorbau schnell in der Höhe verstellen und auf verschiedene Körpergrößen anpassen lässt. Und je nach Ausrüstung taugen sie auch für längere Strecken

© Greune/Papp

Die Technik

Komfort ist vielleicht die herausragendste Eigenschaft von Tiefeinsteigern – nicht nur, weil man das Bein beim Aufsteigen nicht so hoch über das Unterrohr schwingen muss. Kratzt das an Ihrer Ehre? Dann sehen Sie sich doch lieber bei den Touren- oder Cityrädern um. Für alle anderen gilt: Genießen Sie die Vorzüge von Federgabeln, Teleskop-Sattelstützen und voluminösen Reifen – und Sie gleiten sanft und entspannt durch den Tag. Wenn Sie körperliche Einschränkungen haben, achten Sie auf die tatsächliche Durchstiegshöhe. Wir geben sie in unseren Testbriefen an. Wegen der positiven Fahreigenschaften empfehlen wir auch hier Mittelmotoren. Ob Ketten- oder Nabenschaltung ist dagegen Geschmackssache. Machen Sie bei den Bremsen keine Kompromisse: Hydraulische Felgenbremsen sollten es mindestens sein.

© Simon
Alltagstauglich ausgerüstet, wartungsarm, spurtreu und komfortabel  – das Kalkhoff Agattu Impulse 8HS
 

Nützliches Zubehör

Eine gute Fahrradpumpe mit Manometer bringt die Reifen schnell auf den richtigen Druck. Das erhöht die Reichweite und nebenbei auch die Pannensicherheit. Für Lenkertasche oder Fahrradkorb haben sich die Klickfix-Systeme bewährt. Und auch beim Bügelschloss sollte man nicht sparen. Denn Tiefeinsteiger sind auch bei Dieben begehrt.

© Herstellerfoto
Wer mit optimalem Reifendruck unterwegs ist, erhöht die Reichweite seines Pedelecs. Schick und hochwertig: die Standpumpe "Maha Apogee III" von Birzman. 79,90 Euro. www.birzman.com

Tourenrad

© Greune/Papp

Das Revier

Zwanzig Kilometer in den Biergarten oder zum Baden an den See; Tagestouren im Voralpenland oder Mittelgebirge und mehrtägige Etappenfahrten: Elektrifizierte Tourenräder machen alles mit. Damit Sie auch nach einem langen Radtag entspannt absteigen, achten Sie bei den Probefahrten darauf, ob Sie wirklich bequem sitzen und Ihnen auch der Lenker zusagt. Gute Radhändler tauschen Einzelteile nach Wunsch auch vor dem Kauf. Und: Nehmen Sie eine beladene Satteltasche mit auf Probefahrt. Manche Räder ändern mit Gepäck ihr Fahrverhalten – nicht immer zum besseren.

© Simon
Toll verarbeitet, super Fahrgefühl, bewährter Antrieb, stimmige Ausrüstung: das Flyer RS SLX – Testsieger im Tourenrad-Test 1/2016

Die Technik

Wichtig für Sicherheit und Komfort auf Tour sind stabile Rahmen und ein funktionaler Aufbau. Federgabeln sind an Tourenrädern Standard. Auch gefederte Hinterbauten gibt es, das mag aber nicht jeder. Mittelmotoren sind top, aber auch gegen einen starken Hinterradnabenmotor ist nichts zu sagen – wenn der Schwerpunkt des Rades nicht zu weit hinten liegt, denn das erschwert das Handling. Kettenschaltungen bieten ein breites Übersetzungsspektrum und machen das Rad fit für Berg und Tal. Aber auch hochwertige Getriebenaben, etwa von Rohloff, sind eine

Option. Wichtig sind stabile Laufräder, ein solider Gepäckträger, an dem sich Satteltaschen sicher fixieren lassen – und ein guter Hinterbauständer, damit die Fuhre auch im Stand nicht kippt. Hydraulische Scheibenbremsen sind ein Muss: Auf Tour hat man meist mehr Gewicht am Rad und ist schneller unterwegs als beim Stadtbummel.

Nützliches Zubehör

Standard-Ausrüstung für den Reiseradler: große, wasserdichte Satteltaschen. Tipp: Sogenannte Lowrider, die tief am Rad fixiert werden, beeinflussen die Fahreigenschaften am wenigsten. Geht’s mit den Rädern in den Urlaub? Investieren Sie in einen hochwertigen Radträger – es lohnt sich.

© Herstellerfoto
Von den Bergen übers Hügelland in die Stadt: Die wasserdichte Packtaschen-Edition "Skyline" aus der Back-Roller-Serie von Ortlieb wurde für den Schweizer Pedelec-Hersteller Flyer aufgelegt. Kaufen und am Gepäckträger montieren kann sie freilich jeder. 149 Euro/Paar. www.ortlieb.de

Design & Hightech

© Wierdemann/Papp

Das Revier

Zum Shoppen, ins Café oder Büro (wo Sie das gute Stück natürlich mit rein nehmen): Sie fahren am liebsten da, wo Sie gut gesehen werden. Schließlich zeigen Sie so nicht nur Umwelt-, sondern auch Trend- und Stilbewusstsein. Ihr E-Bike ist entweder nicht als Pedelec erkennbar oder abgefahren futuristisch – Hauptsache anders.

Die Technik

Das Ideal: maximale Systemintegration, automatische Schaltung und ABS-Bremsen, Smartphone-Konnektivität, simple Bedienung und technische Innovation. Dazu eine formschöne Gestaltung, geringes Gewicht und hohe Reichweite. Ach ja, und 100 Prozent Recyclingfähigkeit. Nein, wir träumen nicht – all das gibt es bereits. Nicht zwingend in Serie, aber die Zukunft beginnt ... jetzt.

Nützliches Zubehör

Nun, ein Rad ist ein Rad – auch wenn es ein besonders schönes ist. Helm, Tasche, Sonnenbrille, Pumpe haben Sie bestimmt schon. Vielleicht sollten Sie noch eine coole, wohlklingende Radglocke suchen – damit Sie auch nicht überhört werden

© Herstellerfoto
Italienisches Design, deutsche Sicherheit : Der "City Scooter Helm" wiegt 950 Gramm und ist auch für S-Pedelecs zugelassen. 99,95 Euro. www.cratoni -shop.de  

Transportrad

© Kaufmann/Papp

Das Revier

Für Familien mit Kindern, Lieferservices oder Kleinunternehmer in der Stadt: Ein Transportrad mit E-Motor kann ein Auto ersetzen. Das klassische Bäckerrad gibt es kaum mehr, viel besser sind Tieflader mit langem Radstand. Sie lassen sich mit diversen Boxen bestücken, mit viel Gewicht und sperrigen Gegenständen beladen – und nach kurzer Übungsphase auch von Frauen ohne Gewichtheber-Qualitäten – einfach und sicher steuern.

Die Technik

Bei Transporträdern gibt es viele Parallelen zum Lkw. Die wichtigsten: Sie brauchen einen Motor mit viel Power und ordentliche (Scheiben-)Bremsen. Ersterer ist notwendig für den Fahrspaß, letztere für die Sicherheit. Nabengetriebe oder Kettenschaltung – da gibt es keine Regel. Nabengetriebe sind jedoch wartungsärmer. Aber: Der Rahmen muss absolut steif sein, um die Fracht ohne Wackelei und Panik durch die Straßen zu chauffieren. Ist der Rahmen teilbar, lässt sich das lange Gefährt besser in Schuppen, Garage oder Keller parken. Ein breiter Lenker erleichtert das Manövrieren.

Nützliches Zubehör

Basis der Transporträder ist eine tiefe Ladefläche. Erst die verschiedenen Aufbauten, Boxen und Kindersitze machen sie zu Multitalenten, die ein Auto überflüssig machen. Fast ebenso wichtig – wie beim Lkw: eine laute Hupe oder Radglocke.

© Herstellerfoto
Schlauer sichern: Das Bügelschloss "uGrip Plus 501" schützt vor Diebstahl, die Ummantelung aus weichem Kunststoff gegen Lackschäden. 79,90 Euro. www.abus.de

Mountainbike

© Greber/Papp

Das Revier

Sie lieben die Natur und die Berge? Aber lange, steile Rampen überfordern Ihre Kondition und Beinkraft? Sie lieben die Aussicht vom Gipfel, aber schaffen es nur zu Fuß bis ganz oben? Nun, hier ist Ihre große Chance. E-Mountainbikes sind mittlerweile ernstzunehmende Sportgeräte, jeder Bike-Hersteller hat E-Modelle im Programm, vom Marathonbike bis zum Enduro. Selbst eingefleischte Biker begeistern sich mittlerweile für die Power und Geländetauglichkeit der motorisierten Kletterziegen. Und das lange Zeit hartnäckige Gerücht, man könne mit den "schweren Dingern" keine technischen Trails fahren, ist inzwischen auch hundertfach widerlegt.

© Greber
Das Bergamont Trailster C 7.0 – ein guter Allrounder. Nicht nur optisch, sondern auch funktionell stimmig

Die Technik

Wir stellen ein unseren Tests immer wieder fest: Die besten Antriebe für E-Mountainbikes sind Mittelmotoren. Nicht nur weil sie auch an längeren Anstiegen und Steilstücken verlässlich arbeiten, ohne zu überhitzen. Auch, weil sie durch die tiefe, mittige Position die Schwerpunktlage und damit das Handling und Fahrverhalten positiv beeinflussen. Absolut wichtig für alle, die es mit dem Biken im Gelände ernst meinen: hochwertige, einstellbare Federelemente, möglichst breite Reifen mit viel Grip, ein breiter Lenker und kurzer Vorbau. Für die Scheibenbremsen empfehlen wir 180 Millimeter Durchmesser vorne und hinten. Als Rahmenmaterial sind Alu und Carbon gleichermaßen im Angebot – mit Unterschieden in Gewicht und Preis.

Nützliches Zubehör

Was man auf normale Biketouren mitnimmt, braucht man auch, wenn man mit Extrapower die Berge unsicher macht. Die Standards: Helm und lange Handschuhe, Rucksack und eventuell Protektoren. Minitool, Ersatzschläuche und Minipumpe. Tipp: Oft lässt sich an E-MTBs keine Trinkflasche montieren, dann ist eine Trinkblase im Rucksack sinnvoll. Und: Ein kleines Verbandszeug sollte immer mit in den Rucksack.

© Herstellerfoto
Auch mit einem E-MTB kommt man bergauf ins Schwitzen. Der "Transom" von Ion lässt einen Lüftungsspalt zwischen Rucksack und Rücken. 24 Liter Volumen. 199,90 Euro. www.ion-products .com
Schlagwörter

E-BikeCitybikeTourenradLastenradCargobikeE-MTBE-MountainbikeTiefeinsteigerKaufberatungHightechZubehör

Das könnte Sie auch interessieren

Diese Ausgabe 1/2016 bestellen