E-Mountainbike – Mike Kluge

Die Gute-Laune-Maschine

06.12.2016 E-BIKE - Mike Kluge war einer der besten und vielseitigsten deutschen Radrennfahrer – heute ist er auch begeisterter E-Biker. Hier erklärt er, was ihn vor allem am E-Mountainbike so fasziniert
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Downhill-Spaß ohne auf Shuttle oder Lift angewiesen zu sein – nur einer der großen Vorteile von E-Mountainbikes

Was mir am E-Mountainbike Spaß macht

Das E-Bike motiviert mich, viel öfter zu fahren, also Sport zu machen. Das hat mit dem Spaß zu tun, den die Zusätzliche Geschwindigkeit bergauf bringt. Es ist wie die Vervielfältigung des "normalen" Bikevergnügens, mit einem Extra-Grinsen im Gesicht – schon beim Bergauffahren. Früher war das bei mir meist Mittel zum Zweck, um wieder schnell runterfahren zu können. Aber was kann denn noch cooler sein, als ein Enduro-E-Bike, mit dem ich keinen Lift brauche, zu dem ich erst mit dem Auto hinfahren muss? Einige Male habe ich schon erfahren, wie mich das E-Bike auch bei schlechterem Wetter zusätzlich motiviert. Selbst als aktiver Rennfahrer mit dem Zwang zu trainieren bin ich bei Regen nur schwer aufs Rad gekommen – heute ziehe ich Regenhose und Regenjacke an, setze den Rucksack mit Klamotten zum Wechseln auf, und fahre los.

Die Vorteile beim Bergauf fahren

Während meiner Zeit als Rennfahrer hatte ich meine Hausstrecken – und Abzweigungen habe ich meistens gemieden. Heute fahre ich dort total gerne und mit vollem Einsatz hoch. Dank der Motorunterstützung kann ich runder treten, der "tote Punkt" wird etwas überbrückt, das Rad hat viel bessere Traktion. Allerdings nur, solange man selbst noch treten kann – ohne eigenen Druck aufs Pedal fährt auch das E-Bike nicht.

Die guten Fahreigenschaften bergab

Durch das höhere Gewicht ist das E-Bike fahrstabiler und im positiven Sinn träge. In Grenzsituationen rutscht man etwas langsamer weg und es bleibt etwas mehr Zeit, zu reagieren – wenn man weiß, wie. Es ist im Vergleich zu einem normalen Mountainbike tatsächlich einfacher, mit einem E-Bike die Kontrolle zu behalten.

Intensives Training trotz E-Antrieb?

Klar, man kann auch mit einem E-Bike trainieren. Dass man mit dem E-Bike nicht schwitzt, ist ein Vorurteil – manchmal ist es eher umgekehrt: Ich schwitze umso mehr, so verrückt sich das auch anhört. Schon durch die bessere Traktion ist man beispielsweise super motiviert, schwere Steilstücke zu schaffen. Ich bin immer wieder überrascht, wie bereitwillig mein Körper sich quälen kann. Der Vorteil am E-Bike ist, dass man individuell einstellen kann, wie sehr man sich anstrengen will – und wenn’s zu hart wird, kann man die Anstrengung jederzeit reduzieren, ohne anhalten zu müssen. Wenn ich von meinen Touren zurückkomme, spüre ich meine Muskulatur jedenfalls ordentlich und bin voll ausgepowert.

Und wie wird die Zukunft aussehen?

Auch E-Mountanbikes sind Teil der E-Mobilität, und solche Fortbewegungsmittel gefallen mir einfach, sie passen in unsere Zeit. Keine Abgase, keine Motorgeräusche – ich bin mehr auf dem Bike und investiere ganz nebenbei in meine Gesundheit. Nachteile sind der etwas höhere Preis und das höhere Gewicht; letzteres spielt allerdings beim Fahren keine Rolle, sondern nur, wenn man das Rad tragen muss. Aber: Das kann man als Teil des Trainings sehen – und schon macht sogar diese Anstrengung noch Spaß!

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Ex-Radprofi Mike Kluge schätzt das E-Mountainbike – als Spaß- UND Trainingsgerät

Zur Person

Mike Kluge (53) war in den 80er- und 90er-Jahren einer der besten und vielseitigsten deutschen Radrennfahrer. Seine superbe Radbeherrschung demonstrierte er vor allem im Gelände: Als Amateur und Profi wurde er elf Mal Deutscher Meister und dreimal Weltmeister (davon zweimal als Amateur) im Querfeldein. Er gewann außerdem den Meistertitel im Mountainbike und mehrere Weltcup-Rennen. Heute arbeitet Kluge als Trainer und Event-Manager – sowie seit einigen Jahren für den Fahrradhersteller Focus als Markenbotschafter, Berater und Produktmanager; die Radmarke Focus hatte "Mike the Bike" schon während seiner aktiven Karriere als Rennfahrer gegründet. Der gebürtige Berliner lebt in Denzlingen bei Freiburg.

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