Aktuelle Unfallzahlen des Statistischen Bundesamts

Unfälle mit Pedelecs im Rekordhoch

11.01.2017 Julia Milan - Laut Statistischem Bundesamt haben Unfälle mit Pedelecs 2016 in den ersten neun Monaten einen Rekordwert erreicht. Die Schlussfolgerung daraus? Pedelecs sind gefährlich? Zum Glück nicht ...
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Die pure Nachricht zuerst: 3.214 Unfälle mit Beteiligung von Pedelecs zählte das Statistische Bundesamt im Zeitraum Januar bis September 2016 – insgesamt 46 Menschen starben dabei. Das teilte das Statistische Bundesamt der Deutschen Presse-Agentur dpa mit.

Das entspricht einem Anstieg der Pedelec-Unfälle von 39 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, in dem 2.313 Unfälle mit 26 Todesfällen verzeichnet wurden. Das klingt erst mal richtig viel – und nicht schön. Noch schlimmer wird es, wenn man hört, dass die Zahl aller Fahrradunfälle im selben Zeitraum nur um rund sechs Prozent anstieg – von 61.358 (2015) auf 64.964 (2016).

Aber: Die vorschnelle Schlussfolgerung "Pedelec-Fahren ist gefährlich" ist natürlich nicht richtig. Der Grund für die zunehmende Zahl an Unfällen ist so einfach wie einleuchtend: Derzeit werden immer mehr Pedelecs verkauft und sind auf den Straßen unterwegs, da ist es nur logisch, dass auch die Unfallzahlen steigen.

Laut Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer (UDV), ist ein Pedelec nicht gefährlicher als ein gewöhnliches Fahrrad. Auch der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) warnt davor, die Zahlen falsch zu interpretieren. "E-Bikes weisen keineswegs per se ein größeres Unfallrisiko auf als gewöhnliche Fahrräder. Der Anstieg der Unfallzahlen bei E-Bikes ist nach Überzeugung des ZIV hauptsächlich auf den stetig wachsenden Bestand – zum Jahresende 2016 werden bereits über 3 Mio. E-Bikes auf deutschen Straßen unterwegs sein – sowie die intensivere Benutzung hinsichtlich zurückgelegter Distanzen und Nutzungshäufigkeit zurückzuführen" heißt es in einer Pressemitteilung des ZIV. Und weiter: "Durch die gesteigerte Kilometerleistung steigt das Unfallrisiko proportional. Auch die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt nur um rund zwei km/h höher als beim Fahrrad."

Ein Grund für eine leicht überproportionale Beteiligung von Pedelecs an der Gesamt-Unfallzahl mag vielleicht daran liegen, dass auch ältere Menschen wieder vermehrt aufs Fahrrad steigen. Doch genaue Zahlen zur Altersstruktur fehlen hier ebenso wie zur Schuldfrage bei den erfassten Fahrradunfällen.   

Also, wir bleiben vorerst dabei: Pedelecs sind eine wunderbare Errungenschaft, und wer mit Umsicht – und Helm! – unterwegs ist, lebt mit ein paar Watt Unterstützung nicht gefährlicher als ein normaler Fahrradfahrer.

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