ADFC Radreiseanalyse 2017

Radreisen sind im Trend

10.03.2017 Julia Milan - Kaum ein Urlaubssegment wächst so dynamisch, wie der Radtourismus in Deutschland. Das zeigen die Ergebnisse der Radreiseanalyse 2017 des ADFC, die auf der Reisemesse ITB, die derzeit – von 8. bis 12. März – in Berlin statfindet. Radreisen sind total im Trend. Wir vermuten: E-Bikes sind daran bestimmt nicht unbeteiligt ...
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5,2 Millionen Bundesbürger haben 2016 einen Radurlaub unternommen – das sind 16 Prozent mehr als im Vorjahr. Allein das ist schon eine schöne Nachricht. Denn Radfahren ist sicher eine der gesündesten Formen des Urlaubs. Dazu kommt: Da Radurlauber sechs Mal häufiger als Durchschnittsurlauber mit der Bahn und äußerst selten mit dem Flugzeug anreisen, ist Radtourismus obendrein eine der nachhaltigsten Reiseformen überhaupt. Darauf wies der Fahrrad-Club ADFC am 9. März bei der Vorstellung der ADFC-Travelbike-Radreiseanalyse 2017 auf der ITB Berlin hin.

Ein Drittel der Radreisenden nutzt also die Bahn für An- und Abreise. Zum Vergleich: Im Durchschnitt aller Reisenden liegt der Anteil bei nur fünf Prozent. Das Flugzeug spielt als Anreise-Verkehrsmittel der Radreisenden mit knapp 5 Prozent dagegen fast gar keine Rolle. Und jeder fünfte Radtourist startet – CO2-neutral – gleich auf dem Rad. Damit ist der Fahrradtourismus eine der umweltverträglichsten Reiseformen überhaupt.

Lieblingsziel: Deutschland

Für 2017 planen 84 Prozent der befragten Radurlauber eine oder mehrere Radreisen. Dabei wollen nur 36 Prozent ins europäische Ausland und drei Prozent nach Übersee. Die überwältigende Mehrheit – 61 Prozent – wollen in Deutschland Radurlaub machen. Bei mehrtägigen Radreisen – durchschnittlich sind Radurlauber sieben bis acht Tage unterwegs – beträgt eine Durchschnittsetappe 65 Kilometer. Das ist beachtlich – und vermutlich ist hier die Unterstützung von E-Motoren nicht unbeteiligt an den großen Distanzen. Schließlich wurden allein in der Fahrradsaison 2016 rund 605.000 E-Bikes verkauft – das ist ein Zuwachs von 13 Prozent gegenüber dem Jahr 2015. Und wer weniger Kraft zum Pedalieren braucht und mühelos schneller unterwegs ist, hält natürlich auch weitere Strecken durch.

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Mehr Frauen, mehr Entschleunigung

Dass Radreisende tendenziell zu den Besserverdienenden gehören, ist bekannt. Neu ist, dass im Vergleich zum Vorjahr deutlich mehr Frauen auf Radrouten unterwegs waren. Ihr Anteil stieg von 33,5 auf 42 Prozent. Für uns ein weiteres Indiz dafür, dass vielleicht so manches Paar sich an einen gemeinsamen Radurlaub herantraut, weil es mit E-Bikes (oder zumindest einem) die Leistungsunterschiede ausgleichen kann. So gibt's weder Langweile noch Überforderung. Als Hauptmotiv für die Wahl der Reiseform nennen die Radreisenden Naturerlebnis, sportliche Betätigung, Gesundheitsförderung und vor allem: Entschleunigung.

Immer am Wasser lang

In der Gunst der Radreisenden ganz vorn liegt übrigens – wie in den vergangenen 13 Jahren – der Elberadweg. Er besticht durch seine enorme landschaftliche und kulturelle Vielfalt. Die folgenden Pätze in der Beliebthaitsskala  der Radfernwege in Deutschland belegen der Weserradweg, RuhrtalRadweg, Rheinradweg, der Donauradweg und Ostseeküsten-Radweg.

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Über die Analyse

Die ADFC-Travelbike-Radreiseanalyse ist eine repräsentative Online-Befragung unter 7.000 Bundesbürgern. Die Befragung wurde im Winter 2016 / 2017 zum 18. Mal durchgeführt – in diesem Durchgang erstmals mit dem Partner Travelbike. Als Radreise wurde eine Reise definiert, die das Radfahren als eines der Hauptmotive hat und mindestens drei Übernachtungen umfasst. Die vollständigen Ergebnisse der Studie finden Sie hier.

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