Neuer Guinness Weltrekord 2017

Die längste Reise mit E-Bike

20.09.2017 Julia Milan - Robert Mohr, Diplom-Geograf, Publizist und Abenteurer aus München, gelang die längste Reise mit einem elektrischen Zweirad: In 3,5 Monaten radelte er 14.106 Kilometer und schlug damit den bisherigen Guinness-Rekord (12.379 km) in dieser Kategorie.
© Robert Mohr

Einmal um die Welt mit einem E-Bike und dabei den Guinness-Rekord brechen – das war Robert Mohrs vordergründiges Ziel. Aber eigentlich ging es ihm um etwas anderes: Er wollte beweisen, dass der E-Mobilität die Zukunft gehört. "Wenn ich es mit einem E-Bike einmal um die Welt schaffe, sollte es für andere doch ein Leichtes sein, mit E-Mobilität durch den Alltag zu kommen", sagte Robert Mohr vor seiner Abfahrt.

Er startete seine große Pedelec-Tour um die Welt am 16. Mai 2017 in Oslo, Norwegen und kam am 8. September 2017 wieder in seiner Heimatstadt München an. Auf der langen Tour durchquerte oder streifte Robert Mohr per Pedelec Länder wie Norwegen, Schweden, England, Lettland, Russland, Kasachstan, Mongolei, China, Mexiko und die USA. Die Rekordmarke seines Vorgängers von 12.380 Kilometern erreichte er irgendwo in the middle of Texas. Doch er fuhr weiter ... zurück zu Hause in München zeigte der Tacho dann exakt 14.106 Kilometer an.

© Robert Mohr

Mit schmerzendem Po – aber sonst gesund

Bis zu 350 Kilometer am Tag kurbelte er dahin – bei einer Urlaubsreise wäre das eigentlich schon mit dem Auto genug für einen Tag: "An die allabendlichen Schmerzen im Hintern bei 200 km Tagesreichweite gewöhnte ich mich nie. Aber im Stadtverkehr ist der E-Biker fast immer schneller und gesünder unterwegs." Für seine Pedelec-Reise nutzte er ein Buddy Bike M2, mit 350-Watt-Motor, Shimano 27-Gangschaltung und hydraulischen Scheibenbremsen, pannensicheren Reifen und extra verstärkter Kette. Er montierte seinen Lieblingssattel und packte alles, was er brauchte, in zwei Satteltaschen. Um täglich bis zu acht Stunden fahren zu können, ohne den Akkus zwischendurch zu laden, hatte er drei 630-Wh-Akkus und drei Ladegeräte im Gepäck.

© Robert Mohr

E-Mobilität ist die Zukunft

Die Reise verlief ohne größere technische Probleme, Motor und Akkus brachten Mohr Tag für Tag, Kilometer um Kilometer zuverlässig näher ans Ziel. Zurück in München mussten lediglich der überlastete Gepäckträger und die Bremsscheiben ausgetauscht werden. Während der Tour, in Los Angeles, musste der abgenutzte Hinterreifen ersetzt werden.

© Robert Mohr

Ein größeres Problem war da schon der Flug von China in die USA. Wegen der strengen Sicherheitsbestimmungen durfte Robert Mohr seine Akkus nicht im Flugzeug transportieren. Die Entscheidung lautete: Die Reise in Europa fortsetzen oder in den USA neue Akkus kaufen? Er entschied sich für letzteres und besorge in Los Angeles neue Akkus. Eine kleine Entschädigung für die Umstände: In den USA konnte er die maximale Unterstützungsgeschwindigkeit des Motors ganz legal von 25 km/h auf 32 km/h erhöhen.

© Robert Mohr

Technische Erkenntnisse

Robert Mohrs technischen Erkenntnisse aus dieser extremen Radtour:

  • "Der Lenkervorbau sollte höhen- und winkelverstellbar sein."
     
  • "Der Ständer sollte mit schwächerer Feder und/oder stabileren/nicht lösenden Schrauben versehen sein. Im Aluminiumrahmen verankerte Schrauben halten nicht lange."
     
  • "Der Gepäckträger sollte nicht aus Aluminium sondern aus Stahl gebaut sein – und so konstruiert, dass er die gesamte Lastlänge von unten stützt, also ohne größeren Überhang nach hinten."
     
  • "Die Gesamtlast des Bikes setze dem Hinterreifen viel mehr zu als dem Vorderreifen. Durch die Last hinten sank der Gepäckträger auf das Schutzblech und das Schutzblech auf den Reifen ab. Dieses Schutzblech presste Drahtteilchen aus verrottenden Reifen entlang der Freeways in den Reifen. Ich begriff den Zusammenhang spät. Das Resultat: Reifenpannen."
     
  • Und: "Ein Tacho, der nicht nur bis 10.000, sondern bis 100.000 Kilometer zählt, wäre hilfreich."
© Robert Mohr

Vom Elektro-Auto übers Pedelec bis zum Jet-Ski

Robert Mohr ist mit seinem aktuellen Guinness Weltrekord übrigens nicht neu bei Um-die-Welt-Abenteuern. 1992/93 fuhr er in acht Monaten (ca. 32.000 Kilometer) in einem KEWET Elektroauto um die Erde. Damit war er der erste, der in einem E-Mobil den Globus umrundete.

Mit seinen E-Fahrzeugen ist er von 17. bis 19. Oktober 2017 auf der eMove360° Europe, der 2. Internationalen Fachmesse für die Mobilität 4.0 in München.

Der nächste geplante Rekordversuch von Robert Mohr: eine Atlantiküberquerung per Jet-Ski.

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